Der Sternenhimmel Buch Sternenhimmel
DAS JAHRBUCH FÜR HOBBY-ASTRONOMEN

Zum Einstieg

Der Sternenhimmel enthält eine so grosse Menge an Informationen, dass eine gestraffte Darstellung und Abkürzungen unausweichlich sind. Für den Erstbenutzer ist das nicht immer ganz einfach. Hier versuchen wir, den Einstieg in den Gebrauch zu erleichtern

 

Gliederung des Buches

♦  Einleitung mit Kalendarischem und Vorschau der astronomischen Höhepunkte des Jahres

♦  Monatsübersichten mit Astrokalender

♦  Jahresübersicht mit Koordinatentabellen

♦  Jahresthemen

♦  Anhang mit Daten des Sonnensystems, Adressen und Glossar.

 

Der Astrokalender (AK)

Zentraler Teil und auch Einzigartigkeit des Sternenhimmels ist der Astrokalender. Er enthält eine grosse Menge von Informationen, die nur dank der komprimierten Darstellungsform in einem handlichen Buch Platz hat. Um den größten Nutzen ziehen zu können, ist daher etwas Angewöhnung notwendig. Wir zeigen hier am Beispiel  7. Januar 2014, welche Informationen enthalten sind und wie sie dargestellt werden.

 

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In den ersten zwei Zeilen wird der Mondlauf beschrieben. Die erste Zeile gilt für die Region Berlin, die zweite für Zürich. In der Mitte zwischen den Zeilen sind die Symbole, die für beide Zeilen gelten. Die folgenden Angaben sind chronologisch: da geht also der Mond in Berlin um 10:56 Uhr (MEZ) auf. Um 17:36 Uhr steht er genau im Süden, in 43.3° Höhe über dem Horizont. Am folgenden Tag (deshalb die eckige Klammer) geht er um 0:29 Uhr unter und stört die Beobachtung schwacher Objekte nicht mehr.

Die Genauigkeiten der Zeitangaben ergeben sich aus der jeweiligen Schreibweise. Auf- und Untergang sind auf Minuten genau angegeben, die anschliessende Angabe über die Sternzeit ist auf Zehntel-Sekunden genau. Die Sternzeit zeigt den Stand des Fixsternhimmels an, mit ihr können Teleskope exakt eingestellt werden.
Die nächsten Angaben bezieht sich wieder auf den Mond, diesmal auf den Tagesbeginn 0 Uhr. Da wird die genaue Phase angegeben und die Lage der Schattengrenze auf dem Mond. Eine positive Phase bedeutet zunehmenden Mond, bei negativer Phase ist er abnehmend. Der Wert 0.000 ist bei Neumond erreicht, 1.000 bei Vollmond. Am 7. Januar 2014 zeigt also der Mond eine zunehmende Sichel, die an ihrer breitesten Stelle 37% des Durchmessers misst. Die Lichtgrenze bezieht sich auf die Koordinaten des Mondes, wie sie auf detaillierten Mondkarten angegeben sind. Der Wert 22.07° bedeutet beispielsweise, dass um Mitternacht der "Terminator" (die Lichtgrenze zwischen beleuchtetem und unbeleuchtetem Teil des Mondes) durch den kleinen Krater Aldrin (3.4 km Durchmesser) verläuft oder knapp westlich des Kraters Arago. Dort geht also gerade die Sonne auf.

Die nächsten 4 Zeilen handeln von den vier großen Jupitermonden Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Das Zeichen ♃ steht für Jupiter, der Kreis mit den zwei Strichen (die die Wolkenbänder andeuten sollen) für das, was man von Jupiter im Fernrohr sieht. Um Mitternacht wird man also Kallisto, Ganymed und Europa links der "Jupiterscheibe" sehen. Links und rechts beziehen sich dabei auf ein umkehrendes Fernrohr, die drei Monde stehen jetzt also alle westlich von Jupiter.
Aber was ist mit Io? Das schildern die weiteren Zeilen. Um 0:54 Uhr beendet dieser Mond den Durchgang vor Jupiter, bei dem er mit Amateurteleskopen nicht erkannt werden konnte. Wohl aber konnte man seinen Schatten auf Jupiter sehen, einen kreisrunden schwarzen Fleck. Der Schatten verlässt die Jupiterscheibe etwas zeitversetzt, diesmal nur zwei Minuten später. Um 3:04 Uhr gehen Io und Europa aneinander vorbei. Natürlich sind die beiden auch nachher noch nahe beieinander, was durch die Einklammerung angedeutet wird.
Die nächste Zeile handelt vom Saturnmond Dione. Die Saturnmonde können in den kleineren Teleskopen nicht so gut beobachtet werden. Wir geben deshalb nur die Zeitpunkte an, bei denen einer der größeren Monde nördlich oder südlich an Saturn vorbei geht oder wenn er sich (wie hier Dione) am weitesten entfernt hat (in der größten Elongation steht).

Die letzten drei Zeilen zum 7. Januar geben die Daten zu einer Sternbedeckung. Wenn der Mond vor einem Fixstern durch geht, scheint der Stern in Sekundenbruchteilen zu erlöschen bzw. nach dem Durchgang wieder aufzuleuchten. Besonders eindrucksvoll ist das Erlöschen, wenn der Mond mit der dunklen Seite vorangeht, also im Allgemeinen bei zunehmendem Mond. Nun ist uns der Mond so nahe, dass die Zeit und der Ort am Mondrand vom Standort des Beobachters abhängen. Deshalb weden für die beiden Regionen Berlin und Zürich die unterschiedlichen Zeiten in den dafür vorgesehenen Spalten angegeben. Der Ort am Mondrand wird mit  dem Positionswinkel (Pw.) beschrieben, dieser kann von 0° bis 360° variieren. 0° bedeutet den nördlichsten Punkt der "Mondscheibe", also jenen, der am nächsten beim Himmelsnordpol ist (und nicht am höchsten über dem Horizont). Der Positionswinkel läuft im Gegenuhrzeigersinn, 90° ist also der östlichste Punkt des Mondrandes.
Die Grössen a und b werden auf S. 253 erklärt.