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DAS JAHRBUCH FÜR HOBBY-ASTRONOMEN

Wetterwendischer Mond?

Der Volksmund sieht einen Zusammenhang zwischen "Mondwechsel" und Wetteränderungen. Ist da etwas dran?

In einem durchaus ernstzunehmenden Astronomiebuch für Einsteiger fand man in früheren Auflagen den Scherz: "Wie der beühmte mittelalterliche Gelehrte Ibn Saud Um bemerkte, finden 94.8% aller Wetterwechsel in den 7 Tagen vor oder nach Voll- oder Neumond statt".

Diese Aussage ist alles andere als saudumm, sie ist statistisch richtig. Denn von einem Monat sind insgesamt 28 Tage im Zeitraum "7 Tage vor oder nach Neu-oder Vollmond" - und das sind eben 94.8% eines synodischen Monats von 29.53 Tagen.

Dass die Wetteränderungen nicht vorwiegend mit Voll- oder Neumondtagen in Verbindung gebracht werden können, ergibt sich schon aus der Entstehung der Wetterlagen. Da bildet sich etwa ein "Islandtief", das dann mehr oder weniger schnell zu uns wandert. Warum sollte eine solche Mondregel genau für uns zutreffen, und nicht beispielsweise für die Westküste Frankreichs oder für Ostdeutschland?

Anschauungsunterricht zu einer solchen Mondabhängigkeit bietet auch das momentane Wetter. Nach monatelanger Trockenheit kommen jetzt endlich Niederschläge. Unter welcher Mondphase war dieser Wechsel? Neumond war am 25. November, am gestrigen Freitag stand der Mond im Ersten Viertel.

Eine ähnliche Erinnerung geht auf das Jahr 1989 zurück. In den Winterferien in der ersten Februarwoche lag immer noch so wenig Schnee, dass ich beim Weg zu Fuss auf den Muottas Muragl den wenigen Schneeflecken ausweichen konnte. Das Eis des Silvaplanersees war blank, man kam kaum vorwärts. Am 13. Februar begannen endlich die Schneefälle, auf die der Skiort zwei Monate sehnlichst gewartet hatte. Bei welcher Mondphase war das denn? Exakt an jenem Montag stand der Mond im Ersten Viertel.

Damit will ich aber jetzt nicht behaupten, einschneidende Wetterwechsel fänden nur bei Halbmond statt  Zwinkernd.

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