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DAS JAHRBUCH FÜR HOBBY-ASTRONOMEN

Ein Komet rast durchs Stadion


Mit Sport, den andere betreiben, kann ich nicht viel anfangen. So blättere ich jeweils den Sportteil der Zeitungen recht uninteressiert durch. Aber heute blieb ich an der Überschrift des fast ganzseitigen Artikels in der NZZ über David Rudisha hängen (Seite 21).

Nun ja, Kometen sind im Weltall grössenordnungsmässig so schnell wie die Planeten, und das sind recht beachtliche 30 km pro Sekunde, wenn man etwa die Erde als Beispiel nimmt. Aber am Himmel beobachtet, auf ihrem Weg vor den Fixsternen, sind sie bedeutend langsamer als der Mond mit seinen auch nur etwa 13 Winkelgrad pro Tag.

Was ist denn Remo Geisser, dem Autor des Artikels, passiert? Er hat schlicht Kometen und Meteore miteinander verwechselt. Das erinnert mich an eine Kometenaufnahme vor Jahren (NZZ vom 17. Oktober 2009) mit der Legende: "Blick durchs Teleskop: eine Sternschnuppe".

Nicht genug des Peinlichen: Auf Seite 26 der heutigen NZZ-Ausgabe findet man noch unter dem Neugier weckenden Titel "Skandal unter dem Wasserspiegel" die Aussage, Wasserball würde im olympischen Zyklus während 1458 Wochen unter Ausschluss der Öffentlichkeit betrieben und in der 1459. und 1460. Woche versuche eine Handvoll Journalisten, mehr oder weniger frei von fachlichem Wissen, sich der Sportart zu nähern.

Das fachliche Wissen über Wasserball des Autors, Daniel Germann, mag ja tadellos sein. Aber dass Wasserball nur alle 28 Jahre an der Olympiade gespielt wird, nehme ich ihm nicht ab.


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