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Alte Fasnacht und Herrenfasnacht

Die Fastenzeiten dauern in der Regel 40 Tage ( Matthäus 4, 2). Die vorösterliche Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch. Wenn man nun aber von Aschermittwoch ausgehend 40 Tage abzählt, landet man nicht bei Karfreitag oder Karsamstag, sondern am Palmsonntag! Was ist da geschehen?

Nun, 40 Tage hintereinander fasten zu müssen, war offenbar für den Klerus allzu hart. Die Geistlichkeit kam deshalb auf die Idee, die Sonntage vom Fastengebot auszunehmen. Um aber gleichwohl auf 40 Fastentage zu kommen, begann man sechs Tage früher mit Fasten. Das wurde denn auch im Jahr 1091 beim Konzil von Benevent so definitiv festgelegt.

Die (kirchen-)kalendarische Fasnacht, die «Herrenfasnacht», ist deshalb die Fasnacht des Klerus, der geistlichen Herren. Das "gewöhnliche Volk" blieb beim alten Termin und begann die Fastenzeit erst am Dienstag nach dem Aschermittwoch. Die bäuerliche Bevölkerung hätte ja auch nicht die Möglichkeit gehabt, an den Sonntagen zu schlemmen. Im Gegenteil, am "Schmutzigen Donnerstag", hier bedeutet "Schmutz" den Schweineschmalz, kochte und briet man noch die zusammengekratzten letzten Vorräte, damit sie in der Fastenzeit nicht noch verdarben.

Seither kommt die alte Fasnacht sprichwörtlich hintennach.

Auch die traditionelle Basler Fasnacht geht darauf zurück. Vielleicht hat man sich in der Reformationszeit darauf zurückbesonnen? Allerdings beginnen die "drey scheenschte Dääg" erst am Montag nach Aschermittwoch. Am Dienstag müsste dann aber bereits der erste Fastentag eingehalten werden, damit die Fastenzeit wirklich 40 Tage dauern könnte.

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